Claudio Vizzini siegt bei Deutschlands erstem Profi-Boxturnier
- 30. März
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 36false47 GMT+0000 (Coordinated Universal Time)
Mit dem GBS Fightclub ist der German Boxing Series ein historischer Meilenstein gelungen: Erstmals fand auf deutschem Boden ein offizielles Profi-Boxturnier unter Aufsicht des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB) statt. Das Besondere: Die teilnehmenden Profiboxer bestritten mehrere vollständig gewertete Kämpfe an einem Abend – ein Format, das es in dieser Form im deutschen Profiboxen bislang nicht gegeben hat.

Dramatische Halbfinals und unerwartete Wendung
Das Turnier startete mit zwei hochintensiven Halbfinalkämpfen. Im ersten Duell setzte sich Antonio Fechner gegen Goektug Karakan durch und sicherte sich den ersten Platz im Finale. Im zweiten Halbfinale gewann Nico Schoof gegen Patrick Jäger und komplettierte damit die Finalpaarung. Doch noch vor dem Finale nahm der Abend eine unerwartete Wendung: Halbfinalsieger Antonio Fechner zog sich im Kampf eine Handverletzung zu und konnte nicht mehr antreten. Ein Ersatzkämpfer war nicht vorgesehen – das Finale schien kurzfristig vor dem Aus zu stehen.
Spontane Entscheidung: Claudio Vizzini springt ein
In dieser Situation entschieden sich die Veranstalter zu einem außergewöhnlichen Schritt: Claudio Vizzini wurde gefragt, ob er kurzfristig für das Finale einspringen könne. Der Kölner war bereits für einen separaten Kampf angesetzt – nur drei Kämpfe vor dem geplanten Finale.
Die Herausforderung war enorm: Vizzini musste zunächst einen intensiven Sechs-Runden-Kampf bestreiten, bevor er nur rund eine Stunde später erneut in den Ring steigen sollte – diesmal im Turnierfinale. Trotz dieser Belastung sagte Vizzini zu.

Das Finale
Nach seinem hart erkämpften Sieg über sechs Runden ging es für Vizzini direkt in die kurze Regenerationsphase inkl. medizinischem Check, bevor er zum Finale gegen Nico Schoof antrat, der bereits seit einigen Stunden regenerieren konnte.
Die erste Runde verlief ausgeglichen mit leichten Vorteilen für Schoof. In Runde zwei gelang es Schoof sogar, Vizzini zu Boden zu schicken – scheinbar die Vorentscheidung.
Doch in Runde drei – und damit in Vizzinis insgesamt neunter Runde des Abends – folgte die spektakuläre Wende. Der Kölner mobilisierte seine Kräfte, erhöhte das Tempo und setzte Schoof mit einer Serie harter Treffer massiv unter Druck. Mehrere präzise Körpertreffer führten schließlich zu drei Niederschlägen. Nach dem dritten Niederschlag griff der Ringrichter ein und brach den Kampf ab. Claudio Vizzini gewinnt das Finale – und schreibt damit Geschichte.

Emotionale Szenen vor prominenter Kulisse
Die BASE in Köln-Mülheim verwandelte sich in diesem Moment in ein Tollhaus. Unter den Zuschauern befanden sich unter anderem Fußball-Weltmeister Lukas Podolski sowie Musiker Pietro Lombardi, die den historischen Abend live vor Ort verfolgten. Als der Sieg feststand, stürmte Lombardi in den Ring und feierte gemeinsam mit seinem Freund Claudio Vizzini – ein emotionaler Moment, der die besondere Atmosphäre dieses Abends eindrucksvoll unterstrich.
Preisgeld wird verdoppelt
Als Krönung des Abends betrat David Henn, Geschäftsführer des Turniersponsors Cannamedical, den Ring und verkündete unter dem Jubel der Zuschauer eine spontane Entscheidung: Das ursprünglich angesetzte Preisgeld von 2.500 Euro wird auf 5.000 Euro verdoppelt!

Ein historischer Abend für den deutschen Boxsport
Mit diesem Turnier hat die German Boxing Series nicht nur ein neues Format etabliert, sondern auch bewiesen, welches Potenzial im deutschen Profiboxen steckt. Der dramatische Verlauf, die sportliche Leistung und die außergewöhnliche Geschichte rund um Claudio Vizzini machen den GBS Fightclub zu einem Abend, der in Erinnerung bleiben wird. Ein Turnier, das Geschichte geschrieben hat.
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